Uwe Neyka – Ein Oettinger Läufer auf dem Rennsteig

„Freu dich auf Rennsteiglauf“ – was für ein Motto: 43,5 km Gebirgstrail durch den Thüringer Wald standen mir bevor und ich wurde nicht enttäuscht.


12 Wochen Vorbereitung – und nun war es soweit. Nach einer entspannten dreistündigen Fahrt auf der Thüringer Waldautobahn war ich am Startort des Rennsteigmarathons in Neuhaus am Rennweg angekommen. Die obligatorische Nudelparty – bei vielen Läufen leider zur kleinen Vorspeise verkommen – machte dem Namen Party alle Ehre, heißt hier jedoch Kloßparty (Thüringer Klöße). Ein kurzes Gespräch mit der ostdeutschen Läuferlegende Waldemar Cierpinski (Doppelolympiasieger im Marathon 1976 und 1980) rundete den Abend vor dem Lauf ab. Nach einer unruhigen Nacht rückte der Startschuss immer näher. Bei strahlendem Sonnenschein und schunkelnd zu den Klängen des Schneewalzers ging es dann gemeinsam mit insgesamt 17.000 Läufern zum Sternlauf auf die verschiedene Strecken – 21,5 / 43,5 und 73 km. Da ich mich nicht zu den ganz Verrückten zähle, nahm ich die 43,5 km in Angriff.

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Nach 7 km „Einlaufen“ auf Asphalt ging es auf den grünen Teppich des Rennsteiges. 33 km Waldboden erwartete die Läufer, dazu eine Traumaussicht auf dem Kamm des Thüringer Waldes. Vorbei an einsamen Trompetern und Blaskapellen führte der Weg immer weiter auf und ab dem höchsten Punkt des 843 m hohen Masserberges entgegen. Hat man Neustadt am Rennsteig bei Kilometer 30 erreicht, sind es noch 13,5 km bis zum Ziel. Alle warteten auf den Mann mit dem „Hammer“ – und er kam. Diesmal in Form von steilen Trails und Hohlwegen. Nach der letzten Stärkung mit Köstritzer Schwarzbier (einmalig in Deutschland) führte der Weg in einem letzten steilen Anstieg zum Zielort nach Schmiedefeld. Getragen von einem Spalier von Menschen ging es für mich nach 4:20 Stunden ins Ziel des Läuferhimmels.

Die Runner´s World bezeichnet den Lauf als einen der schönsten Läufe Europas. Wer noch nicht genug vom Laufen hat, wem der Asphalt zu hart und die Straße zu eintönig ist, den lade ich hierher ein.

„Freu dich auf Rennsteiglauf“ – Dieser Lauf wird bestimmt nicht mein letzter sein, ich werde wiederkommen!

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