Challenge Prag – Mitteldistanz 1,9/90/21 km

Challenge Prag – Mitteldistanz 1,9/90/21 km
Bericht von Markus Lutz

Wenn einer eine Reise tut …. dann hat nicht nur Matthias Claudius etwas zu erzählen, sondern auch die Oettinger Triathleten.
Wir machten uns also auf den Weg in die Goldene Stadt der Tschechen. Die Idee reifte Anfang des Jahres im Köpfchen unserer Kapitänin und entfachte sofort großes Interesse bei den Athleten.

Auf dem langen Weg dorthin blieben jedoch buchstäblich einige (fast) auf der Strecke.
Das erste Opfer war Miss Triathlon herself, deren Rückenprobleme leider wieder akut wurden und frühzeitig einen Start ausschlossen. Einige machten Trainingsrückstand oder Übergewicht oder beides geltend, stürzten 3 Wochen vorher vom Rad, zerrten sich die Wade oder ließen sich von Nachbars Hund beißen. Und einer befragte am Tag vor dem Wettkampf seine Uhr und kündigte daraufhin große Taten an….

Aber der Reihe nach: am Freitag Vormittag machten wir uns auf den Weg nach Prag. Insgesamt 11 Teilnehmer, die Kapitänin und weitere 9 Familienangehörige erkundeten am Nachmittag die Stadt. Dort erfuhren wir einiges über Land und Kultur, beispielsweise die keltische, germanische, römische und slawische Vergangenheit bzw. Gegenwart der Stadt. Übrigens wurde dort die erste mitteleuropäische Universität gegründet und zur Zeit gibt es ca. 90.000 Studenten in der Stadt und damit eine sehr junge Bevölkerung. Heute gehört Prag, mit 1,3 Mio. Einwohnern so groß wie München, zu den wohlhabensten Regionen Europas. Eine beachtliche und erfreuliche Entwicklung seit dem Fall des Eisernen Vorhangs, die man an jeder Ecke der Stadt beobachten kann.

Den Tag beschlossen wir mit der obligatorischen Pastaparty auf der Moldau-Insel Strelecky im Stadtzentrum. Kulinarisch nicht der Höhepunkt der Reise, aber bekanntlich geht es bei den Triathleten eher um die Menge der Nahrungsaufnahme.

Am Samstagmorgen wurden die Räder eingecheckt. Die Wechselzone befand sich an einem sehr ungewöhnlichen Ort, nämlich auf der Most Legii, eine der vielen Brücken über die Moldau. Man kann nur erahnen, welchen oganisatorischen Aufwand eine solche Großveranstaltung im Herzen einer Millionenstadt erfordert.

Nachdem wir um 12:00 Uhr einem relativ großen Profifeld beim Start auf die 113km lange Reise zuschauen durften, schlug eine halbe Stunde später auch für uns die Stunde der Wahrheit.

Und die sah in etwa so aus:
Da die Moldau aus unerfindlichen Gründen immun gegen die Hitzwelle war und nur 17,5° aufs Thermometer brachte, wurde mit Neopren geschwommen. Wir waren froh, als wir kurz vor dem Start endlich ins Wasser gelassen wurden, da es Angenehmeres gibt , als bei 30° Grad im Gummianzug in der Sonne zu braten.
In der ersten Disziplin galt es, die Insel Strelecky einmal gegen den Uhrzeigersinn zu umrunden. Das führte bei den kurzsichtigen Rechts-Atmern (Markus) zu ordentlichen Orientierungsproblemen. Viel schlimmer erwischte es allerdings Paul, der in eine Massenschlägerei geriet und nach 100m kurz vor der Aufgabe stand. Da man aber nicht für 2 Minuten Schwimmen nach Prag fährt, setzte er den Wettkampf natürlich trotz Zeitverlust fort.

Nach einer langen Wechselzone mir rund 5 Minuten Wechselzeit ging es auf eine topographisch und technisch durchaus anspruchsvolle Radstrecke. Außerdem waren die Straßenverhälnisse, nun ja, vorsichtig ausgedrückt, drittklassig. Die Veranstalter gaben sich zwar große Mühe, alle Schlaglöcher zu markieren, trotzdem fielen einige Athleten diesen zum Opfer. Darunter war auch Marco, der daraufhin mit einem irreparablen Defekt zwei Sunden am Streckenrand auf den Besenwagen warten musste. Das positive Highlight war dagegen der Radsplitt von Robert (… der mit der schlauen Uhr…), der 14 Minuten weniger unterwegs war als der nächstschnellste Oettiger Radler (Paul).

Alles außer Marco’s Rad kam wohlbehalten in T2 an und die im Rennen verbliebenen nahmen die drei Laufrunden beiderseits der Moldau in Angriff. Auch diese Teilstrecke war nicht ganz leicht, da der Fluss insgesamt 6 mal überquert werden musste und sich somit einige Höhenmeter summierten. Die Abschnitte mit grobem Kopfsteinpflaster taten ein Übriges. Markus machte mit der besten Oettinger Laufzeit noch ein paar Plätze gut, Robert verlor durch eine Gehpause nach Seitenstechen die eine oder andere Minute, blieb jedoch trotzdem als einziger unter 5 Stunden und ließ die Männer im besten Alter hinter sich.

Auch zwei Staffeln brachten wir an den Start. Der Tochter Franziska gelang es, ihren Vater Hermann zum Wettkampfsport zu bewegen, und das mit sehr gutem Erfolg.

Den Abend verbrachten wir dann in diversen Restaurants und Bars, leckten unsere Wunden, schwelgten in unseren Heldentaten und schmiedeten Pläne für die Zukunft.

Ergebnisse

Einzel:

84. Robert Schebesta 4:59:51 – Platz 13 AK 40
153. Markus Lutz 5:12:10 – Platz 6 AK 50
308. Paul Lechner 5:40:03 – Platz 22 AK50
390. Rainer Hahn 6:00:09 – Platz 35 AK 50
489. Bernd Koller 6:25:52 – Platz 43 AK 50
DNF Marco Krischdat
DNS Simone Lechner
DNS Wolf Otto

Mixed Staffel:

13. Franziska Krischdat/Franziska Krischdat/Hermann Lutz 5:44:05
15. Barbara Berner/Beate Stenzenberger/Uwe Neyka 5:52:27

Flickr

Bilder Challenge Prag 2019

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